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Bernward Groß
1887 - 1916


  Max Emil Bernward Groß wurde am 08. Februar 1887 als eines von insgesamt sechs Kindern der Eheleute Peter Groß, Geheimer Postrat, und Anna, geborene Mog, in Hildesheim (bei Hannover) geboren. Im Jahre 1907 legte er die Reifeprüfung (=Abitur) an einem humanistischen Gymnasium ab. Anschließend studierte er Jura in Bonn. 1910 bestand er die Referendarsprüfung.

Im Oktober 1910 trat Groß als Einjährig-Freiwilliger in die 6. Kompanie, 7. Rheinisches Infanterie-Regiment Nr. 69 (Trier) ein. 1913 war er Referendar beim Landgericht in Düsseldorf.
 
  Bei Kriegsausbruch wurde er als Vizefeldwebel der Reserve (und Offizier-Stellvertreter) in die 10. Kompanie, 9. Lothringisches Infanterie-Regiment Nr. 173 eingezogen. Bereits am 25. September 1914 wurde er bei Véry/Ceppy (östlich von Reims) verwundet und in ein Reserve-Lazarett in Trier eingeliefert, später nach Düsseldorf (dem Wohnsitz seiner Eltern) verlegt.

Am 01. Februar 1915 erkrankte er als Angehöriger der 11. Kompanie/ Infanterie-Regiment Nr. 173 - kaum wieder an die Front zurück gekehrt wurde er am 12. Februar 1915 (Schuss in den rechten Oberarm) verwundet in das Feldlazarett 282 in St. Juvin (bei Reims, Frankreich) eingeliefert, wenige Tage später in die Heimat transportiert.
   

Im folgenden - bisher unbestimmten - Zeitraum absolvierte er die Ausbildung zum Flugzeugführer
und wurde zum Leutnant der Reserve ernannt. Im Mai 1916 wurde er zur Feldfliegerabteilung 23 versetzt


    Seinen ersten Einsatz (bei dieser Abteilung) flog er mit dem Beobachter Leutnant Karl Musset. Unmittelbar jenseits der Front, nördlich der Somme geriet die L.V.G. (deutsches Flugzeug der Fabrikation 'Luftverkehrsgesellschaft') unter Beschuss von Lt David Wilson von der Squadron 24 Royal Flying Corps (RFC). Wilson und sein Staffelkamerad Tidmarsh waren in ihren de Havilland- Maschinen Begleitschutz für eine Martinsyde- Maschine (Capt. Summers) der Squadron 22 RFC geflogen. In der Gegend von Pozieres/ Contalmaison hatten sie gemeinsam einen deutschen Zweisitzer* abgeschossen. Nun wendeten sie sich der L.V.G. zu, die nach wenigen Schuss in einer steilen Spiralkurve zu Boden ging. Vermutlich war Groß tödlich getroffen - Musset dagegen schwer verwundet. Der Abschuss wurde Wilson zugerechnet - er erhielt das Military Cross.

Zur Übersicht eine Landkarte.

* vermutlich: Gefr. Patzig/ Lt. d. R. Lönhold der Feldfliegerabteilung 32.
 

  Wenige Tage später wurde eine Mitteilung hinter der deutschen Front abgeworfen und an den Vater des gefallenen Beobachungsoffiziers weiter geleitet. Dieser wendet sich schriftlich an Vater Groß.  
 

Sehr geehrter Herr Geheimrat,

Herr Hauptmann Palmer hat mir
heute, durch Vizefeldwebel Kronig, den
früheren Flugzeugführer meines Sohnes,
die photogr. Wiedergabe einer Meldung
übersenden lassen, die ein englischer
Flieger abgeworfen hat.

Die [lautet] wirklich [und zwar] Deutsch geschr.:
'Die beiden Flugmänner des doppeldecker
L.V.G., der am 20ten dieser Monats
in der nähe von Maricourt umgebracht
worden war, sind todt.
Der Pilot ist in der Ecke Maricourt
Begrabnis N.E. geerdet worden
Der Observer ist in Fargny Mühle
geerdet worden'
.
Danach wäre Ihr Sohn von den ...
... Engländern auf dem Friedhof
(Begräbnis) von Maricourt, der
nach dem mir vorliegenden Meßtischblatt
in der Nordostecke von Maricourt
zu liegen scheint, beerdigt worden.
Und unser Sohn hat sein Grab bei
einer Mühle an der Somme, die
unmittelbar hinter der vorderen
engl. Stellung liegt gefunden.

Falls Ihnen nicht die gleichen
Nachrichten von Roupy zugegangen
sind, bin ich gern bereit Ihnen
die Photograph. [...]
der Meldung u. das Meßtisch
blatt 1:80000 auszuborgen
Ihr
ganz ergebenster
A. Musset

 

  Die Mühle von Fargny (Moulin de Fargy) scheint ein britischer Verbandsplatz gewesen zu sein, liegt nordwestlich von Curlu an der Somme. Zwischen Maricourt und Fargny liegen etwa 2 Kilometer. Heute ist keines der beiden Gräber mehr zu finden. Die Gebeine wurden vermutlich auf einen nahen deutschen Friedhof (Rancourt, Fricourt oder Vermandovillers) überführt und im jeweiligen Kameradengrab bestattet. Auch David Wilson starb im Krieg, Anfang August 1916.  

  Es wird angenommen, dass es sich bei Leutnant Karl Musset um einen Bruder/Cousin des Hauptmanns Alfred Musset (bei Kriegsausbruch Führer der Feldfliegerabteilung 9) handelt. Beide (und ein Erich Musset) waren Offiziere im 1. Nassauischen Infanterie-Regiment Nr. 87.  


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